
Kosten-Plus-Methode
Die Kosten-Plus-Methode ist die Methode, die klein – und mittelständige, aber auch große Unternehmen am häufigsten benutzen. Sucht man Informationen über Preisstrategien im Netz, ist das aber auch die am meisten geschmähte Methode.
Worum geht es?
Dabei geht man davon aus, dass das Unternehmen seine Kosten für ein Produkt oder eine Dienstleistung summiert und einen Aufschlag von x% für den Gewinn hinzufügt. Die Realität ist jedoch vielfältiger. Die Theorie zu Kosten-Plus nimmt an, dass ausschließlich anhand der Kosten und Gewinnerwartung ein Preis generiert wird. Praktisch haben die Unternehmen eine größere Anzahl von Einflussfaktoren, die – vielleicht auch unbewusst – in die Methode einfließen. Es gibt ein Basiswissen an Wettbewerbsinformationen, die einbezogen und berücksichtigt werden müssen, wenn man den eigenen Preis kalkuliert.
Vorteile der Kosten-Plus-Methode
Kosten-Plus übernimmt in diesen Fällen häufig die Aufgabe, sicherzustellen, dass der abgegebene Preis die angestrebte Wirtschaftlichkeit garantiert. Und genau hier liegt ein wesentlicher Vorteil dieser Methode. Unternehmen, die sich mit ihren Kosten beschäftigen und nicht nur die direkten Kosten des Herstellungs- oder Dienstleistungsbereichs einbeziehen, kennen ihren Verhandlungsspielraum. Der Kosten-Plus-Ansatz schafft die Voraussetzung für weitere unternehmerische Entscheidungen, zum Beispiel als Referenz, um wettbewerbsfähige Kosten zu erreichen oder um den Mindestpreis festzulegen.
Risiken der Kosten-Plus-Methode
Ein Risiko ergibt sich aus dieser Methode, wenn die Kosten zu knapp oder unvollständig kalkuliert werden. Werden Aufschläge nicht berücksichtigt, Ausschuss oder Vorbereitungszeiten nicht einkalkuliert, Urlaub und Krankheit vergessen, geht man ein schwer kalkulierbares Risiko mit dieser Methode ein. Für die Kosten-Plus-Methode ist die Auseinandersetzung mit der Frage: „Was sind meine Kosten?“ die Vorbereitung schlechthin. Kritiker dieser Methode führen richtigerweise an, dass es den Kunden nicht interessiert, wie hoch die Kosten sind. Er weiß, was er maximal bereit ist auszugeben, um ein Produkt oder eine Dienstleistung zu bekommen. Aber auch das kann man nicht schwarz-weiß betrachten.
Trends
Ein für mich neuer Kosten-Plus-Ansatz, den ich seit einiger Zeit verfolge, kommt aus dem Bereich Fairtrade. Unternehmen legen ihre Kosten und Zuschläge für den Kunden offen. Diese offensichtliche Kosten-Plus-Rechnung, wie sie zum Beispiel auf der Homepage eines Tee-Onlinehandels zu finden ist, hat zwei wesentliche Aufgaben. Sie relativiert den Preis für den Kunden. Er kauft das Produkt in größeren Packungen als im Einzelhandel, wodurch der Preis für den Kunden gefühlt viel höher ist. Rechnet man den Preis zu einem Vergleichsprodukt auf 100gr um, ist er gleichwertig oder niedriger. Durch die Offenlegung der Kalkulation kann man dem Kunden vermitteln, dass die Fairtrade Idee nicht nur die Erzeugung des Produktes und den Prozess im Unternehmen betrifft, sondern auch beim Kunden umgesetzt wird. Ist das Produkt im direkten Vergleich viel günstiger, weist man somit außerdem nach, dass der niedrigere Preis kein Indiz für einen Qualitätsmangel darstellt.
Ähnliche Beispiele habe ich auch schon bei Catering-Anbietern auf Festivals gesehen, die hochwertige Produkte anbieten und den Kunden so von ihrem Preis überzeugen wollen. Sie generieren einen Mehrwert durch die Transparenz, die in der aktuellen Debatte um Nachhaltigkeit für viele Kunden einen hohen Stellenwert besitzt. Dafür sind Kunden ebenso bereit Geld auszugeben, wie auch für das Essen an sich.
Fazit
Was nach einer Kosten-Plus-Kalkulation aussieht, ist letztlich eine neue Variation, Mehrwert anzubieten und zu verkaufen. Es gibt also viele Perspektiven, die Kosten-Plus-Methode unterschiedlich zu bewerten. Welche Vorteile es für den Einzelnen bringt, lässt sich nur bei genauer Betrachtung sagen. Habt Ihr Fragen oder wollt Euren Ansatz überprüfen? Dann meldet Euch für ein kostenloses Erstgespräch.
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